KI-Transformation Organisation und Menschen

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Die Technik ist selten das Problem

In fast jedem Haus, in dem ich ein KI-Vorhaben begleitet habe, gab es einen Moment, in dem es im Raum still wurde. Er kam nie beim Preis und nie bei der Frage, welches Modell das bessere ist.

Er kam, als jemand aus der Sachbearbeitung fragte, was denn nun mit der Arbeit passiere, die sie seit vierzehn Jahren macht. Auf diese Frage hatte regelmäßig niemand eine Antwort vorbereitet, weil in der Vorbereitung über Schnittstellen gesprochen worden war.

Deshalb gibt es diese Seite. Sie handelt nicht von Modellen, Werkzeugen oder Lizenzpreisen — dafür habe ich andere Adressen. Sie handelt von dem Teil, den kein Anbieter mitliefert: was die Einführung künstlicher Intelligenz mit einer Organisation macht, mit ihren Rollen, ihren Absprachen und den Leuten, die sie tragen.

Und sie handelt, im dritten Kapitel, von mir. Ich halte es für unredlich, über die Veränderung von Arbeit zu sprechen und die eigene auszusparen. Meine ist in den vergangenen zwölf Monaten eine andere geworden, weil ich täglich mit mehreren KI-Systemen arbeite — in der Recherche, in der Vorbereitung von Vorträgen, in der Korrespondenz, bis in Dinge hinein, die ich früher gar nicht erst angefangen hätte. Das hat Folgen, und nicht alle davon gefallen mir.

Das Treppenviertel in Hamburg-Blankenese am Abend; einzelne Häuser und Treppenstufen lösen sich in ein Raster leuchtender Würfel und Datenlinien auf

Die Beobachtung

Drei Sätze, die ich zu oft gehört habe

„Wir haben das eingeführt, aber es benutzt niemand.“ Das ist der häufigste Satz. Er kommt meist im dritten oder vierten Monat, und er wird leise gesagt, weil im Haus alle wissen, dass vorher eine Ankündigung stattgefunden hat.

„Der Betriebsrat blockiert.“ Das stimmt fast nie. In den Fällen, die ich gesehen habe, hatte die Arbeitnehmervertretung Fragen gestellt, auf die niemand vorbereitet war, und dann Zeit gebraucht. Wer sie ein halbes Jahr früher gefragt hätte, wäre schneller fertig gewesen.

„Unsere Leute sind da einfach nicht so weit.“ Dieser Satz sagt in aller Regel mehr über den aus, der ihn sagt. Menschen, die ihr Fach beherrschen, sind es gewohnt, Neues zu lernen. Sie lernen es nur ungern unter Beobachtung und ungern von jemandem, der ihre Arbeit für simpel hält.

Der einzige Satz, der mir wirklich zu denken gibt

„Wir haben eine Schulung gemacht, damit wir das nachweisen können.“ Damit ist Artikel 4 der KI-Verordnung formal erledigt und im Haus nichts gewonnen. Wer eine Belegschaft schult, ohne dass sie danach etwas anders macht, hat Geld für ein Papier ausgegeben.

Vorgehen

Wie ich arbeite

Ich komme nicht mit einem Vorgehensmodell ins Haus. Was ich mitbringe, ist eine Reihenfolge, und die ist unspektakulär: erst hinsehen, wie gearbeitet wird, dann entscheiden, wer verantwortlich ist, dann einen einzigen Fall auswählen, der klein, messbar und für niemanden bedrohlich ist. Erst danach wird über Werkzeuge geredet.

Am wichtigsten ist der Teil, der am unbeliebtesten ist: nach acht Wochen wieder hinzusehen. Diese Frage entscheidet über den Erfolg, und sie wird fast nie gestellt, weil die Antwort unangenehm ausfallen kann.

Ich verkaufe keine Lizenzen und beziehe von keinem Anbieter eine Provision. Das führt gelegentlich zu Gesprächen, in denen ich empfehle, gar nichts zu kaufen und stattdessen drei Wochen lang aufzuschreiben, wo die Zeit tatsächlich hingeht.

Abgrenzung

Was ich nicht mache

Ich baue keine Modelle, programmiere keine Fachanwendungen und übernehme keinen Systembetrieb. Ich erbringe auch keine Scan- oder Digitalisierungsleistungen. Wo die Erschließung analoger Bestände zur Voraussetzung eines Vorhabens wird — und das ist sie häufiger, als den Beteiligten lieb ist —, unterstütze ich bei Anforderung, Auswahl und Steuerung eines Dienstleisters. Ausgeführt wird sie von einem Fachbetrieb, nicht von mir. Der Vollständigkeit halber: Ich berate einen Anbieter dieses Marktes und lege das deshalb hier offen.

Rechtsberatung ist ebenfalls nicht dabei. Ich kann Ihnen sagen, welche Pflicht aus der KI-Verordnung, der DSGVO oder dem Betriebsverfassungsgesetz Ihren Betrieb betrifft und wie andere Häuser sie umsetzen. Ob Ihre konkrete Betriebsvereinbarung vor Gericht Bestand hat, muss ein Anwalt beurteilen.

Kontakt

Wenn Sie darüber sprechen wollen

Am ehesten lohnt sich ein Gespräch, wenn bei Ihnen bereits etwas eingeführt wurde und der Schwung heraus ist. Das ist keine schlechte Lage, sondern eine gewöhnliche — und es ist der Moment, in dem sich am meisten bewegen lässt.

web@echt-gmbh.de
+49 170 750 28 10

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